Das internationale Kolloquium „Zauberworte. Konzeptualisierungen vormoderner Sprachmagie in transkulturellen Perspektiven“ fragt danach, wie Menschen in vormodernen Kulturen der Sprache besondere Wirksamkeit zugeschrieben haben. Im Mittelpunkt stehen Worte, Sprüche, Schriftzeichen und Formeln, denen in religiösen, magischen und medizinischen Zusammenhängen die Kraft zugeschrieben wurde, zu heilen, zu schützen, zu bannen oder die Welt zu verändern.
Die Tagung bildet den Abschluss der Arbeit des Netzwerks „Wort – Wirkung – Wunder“. Forschende aus unterschiedlichen Disziplinen analysieren dazu Texte, Handschriften, Inschriften und andere Objekte aus Europa, Asien und Afrika. Dabei geht es nicht nur um historische Praktiken, sondern auch um die Frage, wie wir solche Phänomene heute überhaupt beschreiben: Was meinen Begriffe wie „Magie“, „Zauber“ oder „Sprachmagie“ genau, und wie hilfreich sind sie für die Forschung?
Die Veranstaltung verbindet damit die Untersuchung konkreter historischer Quellen mit einer kritischen Reflexion zentraler Begriffe. Besonders wichtig ist uns auch die Einbindung in die Stadt Greifswald: Der Oberbürgermeister, der selbst als Historiker zu diesem Themenfeld geforscht hat, wird den Abendvortrag halten. Das Kolloquium leistet so nicht nur einen Beitrag zum besseren Verständnis vormoderner Wissenskulturen, sondern fördert auch den Austausch zwischen universitärer Forschung und städtischer Öffentlichkeit.